Bin ich introvertiert? Dein Energiemanagement ist der entscheidende Faktor

Viele Menschen wissen nicht, ob sie eher intro- oder extrovertiert sind und handeln unbewusst, beziehungsweise nach Erfahrung. Dennoch gibt es Verhaltensmuster, die Dir bei der Einordnung helfen können.

Introvertierte erleben oder fühlen, dass sie reizarme Umgebungen für ihr Wohlbefinden brauchen. Einige von ihnen haben daraufhin auch perfekte Strategien für das Büro entwickelt, reizarme Umgebungen den gesamten Tag nicht verlassen zu müssen. 

Reizarme Büros erkennt man daran, dass 

  • kein Radio läuft, 
  • es keine grellen Lichtquellen gibt, 
  • die Tür meist verschlossen ist und 
  • man bei einer längeren Unterhaltung meist nur zwei Menschen sprechen hört.

Doch warum arbeiten viele Introvertierte gern bei geschlossener Bürotür oder verbringen die Mittagspause allein? Warum verhalten sie sich etwas besonnener und wirken möglicherweise ausdrucksloser? Der Grund ist ihr persönliches Energiemanagement.

Ob bewusst oder unbewusst stellen sich Introvertierte immer zwei Fragen: 

  1. Wie viel Energie habe ich (noch) zur Verfügung? 
  2. Wann habe ich die Gelegenheit meinen persönlichen Akku wieder aufzuladen?

An diesen beiden, oft unbewussten Fragen, orientiert sich beispielsweise ihr Engagement in Besprechungen. 

Heißt konkret: Wenn eine sehr lange oder mehrere unmittelbar aufeinander folgende Besprechungen im Team anstehen, ohne dass es Regenerationszeiten gibt, dann gilt es Energie zu “sparen”. Das geschieht zum Beispiel durch deutlich reduzierte Wortbeiträge und / oder der “Flucht” in reizarme Umgebungen in den Pausen. Eine Beteiligung an Pausengesprächen ist dann für Introvertierte nicht möglich. 

Woher kommt die Energie?

Introvertierte beziehen Energie aus ihrer inneren Welt. Das heißt, sie gehen eigenen Ideen, Eindrücken und Emotionen nach. Der Zugang zu ihrer inneren Welt, ist nur in Allein-Zeit beziehungsweise an ruhigen und vor allem reizarmen Orten möglich. Erst in dieser erforderlichen Umgebung – in der Mittagspause oder zwischen zwei Besprechungen – ist das Aufladen der eigenen Batterien machbar. 

Nach außen sichtbar ist nur ein Rückzugsverhalten, welches insbesondere Extrovertierte irritieren kann. 

Wie funktioniert Energiemanagement im Arbeitsalltag?

Im hektischen Arbeitsalltag ist das Finden und Verweilen an Rückzugsorten oft eine riesige Herausforderung. Als wäre das nicht schon schwierig genug, benötigen Introvertierte länger, um ihren persönlichen Akku wieder aufzuladen und verbrauchen ihre Energie auch deutlich schneller als Extrovertierte.

Genau aus diesen Gründen kalkulieren sie den Energieeinsatz ihrer anstehenden Aktivitäten im Arbeitsalltag. 

Sie schauen sich ihren Kalender oder ihre Aufgabenliste an, und schätzen die Häufigkeit und Intensität externer Reize ein. Dabei richten sie besonderes Augenmerk auf:

  • Treffen mit mehr als einer weiteren Person (Teambesprechungen, Meetings, Vorträge),
  • anstehende Telefonate, 
  • absehbare laute Umgebungsgeräusche (Stimmengewirr, Straßen-, Fluglärm, Maschinen) oder 
  • Radio beziehungsweise Musik im unmittelbaren Umfeld.

All diese Tätigkeiten und Umgebungsbedingungen bedeuten eine Vielzahl von externen Reizen, die einen hohen Energieeinsatz verlangen.

Parallel schätzen Introvertierte ab, wie viel Zeit für konzentriertes (ruhiges) Arbeiten oder Pausen in Allein-Zeit im Verlauf des Tages, insbesondere zwischen den geplanten Ereignissen, zur Verfügung steht. Es geht darum, wann sie sich eine reizarme Umgebung suchen oder sich diese schaffen können, um wieder Energie zu tanken. 

Und Extrovertierte? 

Sie beziehen ihre Energie aus dem Außen. Das heißt, sie laden ihren Akku auf, indem sie mit anderen Menschen in Kontakt sind oder sich in lebhafter Umgebung aufhalten. Im Arbeitsalltag ergeben sich dafür natürlich eine Vielzahl von Situationen und Möglichkeiten. Dementsprechend können Extrovertierte ihre Energie im Arbeitsalltag auch großzügiger verbrauchen. 

Keine Krux? Doch! Für Extrovertierte ist es viel schwieriger, sich zu entspannen und sich eine Pause zu gönnen. 


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